Noch mehr Irrtümer zur „Warum?“-Frage – Teil 2 – oder Wie Teams ins Fliegen kommen?

Wahnsinn welche Kreise die Sache mit der „Warum…?“-Frage zieht:

Was genau steht in diesem Artikel:

Das Forschen nach der Sinnfrage, nach dem Warum und Wozu zu fragen, ist eine Hauptaufgabenstellung für eine Arbeitsgemeinschaft. Wenn Menschen einen Sinn erkennen und bereit sind, aufgeschlossen mit Aufgaben umzugehen, dann fördert das innovative Lösungen, neue Produkte können kreiert oder kreative Dienstleistungen angeboten werden. Die Menschen verbinden sich mit ihren Aufgaben, und der Arbeitsplatz wird zum Lebensschauplatz.

Quelle

Nun, nochmal genauer:

Das Forschen nach der Sinnfrage, nach dem Warum und Wozu zu fragen, ist ein Hauptaufgabenstellung für eine Arbeitsgemeinschaft.

Ist das wirklich so?

Ganz kurz: Ich glaube damit überfordert man Teams und es kann nicht grundsätzlich ihre Aufgabe sein wenn die Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielt.

Teams die keine Aufgabe oder keine sinnvolle Aufgabe haben die suchen sich natürlich welche. Eine Folge kann eben sein, das sie das Warum…? und den Nutzen hinterfragen. Ja.

Nur ist das die Aufgabe eines Teams? Wollen Sie ein solches Team?

Aus meiner Erfahrung heraus, kann das derartige Gespräche hervorbringen:

„Als Kunde möchte ich eine Webanwendung zum Pflegen der Kundendaten.“

„Warum möchten Sie das?“

Verstehen Sie was passiert? Die Teammitglieder beginnen indirekt mit der Diskussion und dem Hinterfragen. Der Kunde muss sich und die Idee jetzt erklären. Dabei bezahlt er das Team in aller Regel für die Umsetzung einer Vision und nicht die Prüfung der Sinnhaftigkeit oder anders: sehr wenige Auftraggeber beauftragen Spaß an der Freude des Geldausgebens. Davon darf jedes Teammitglied auskennen.

Warum…? führt Teams in die Irre

Mit einem Appell zum Forschen über das „Warum…?“ und den Sinn eines Auftrags können Sie das Team, Menschen und Leser des Appells verwirren. Sie können damit stabile Systeme und Kundenbeziehungen ins Wanken bringen.

Wenn das Team den Auftrag hat Kundenaufträge in Frage zu stellen, dann kann das einen Nutzen haben. Klar. In etwa wenn man die aktuellen Projekte reflektieren möchte oder Verbesserungschancen im Rahmen einer Strategiearbeit sucht.

Grundsätzlich ist es jedoch keine gute Idee eine Vision eines Teams offen zu lassen oder den Auftrag zu erteilen diese zu hinterfragen. Es sei denn, sie möchten ein Hinterfragungs-Team bilden was Unruhe reinbringt. Diesen Anwendungsfall gibt es natürlich, nur ist es nicht grundsätzlich nützlich.

Ein solcher Appell ist sozusagen etwas fahrlässig. Insbesondere weil sich damit natürlich jeder im Team seine eigenen Gedanken dazu macht und einen Sinn entwickelt.

Damit allerdings ein Team zu einem Team wird, braucht es ein gemeinsames akzeptiertes und frei gewähltes Ziel. Praktisch ein übergreifendes Meta-Ziel oder noch besser eine Vision:

In einer agilen Beta-Organisation bildet sich das wie unten dargestellt ab.

Die Akzeptanz für eine solche Vision lässt sich beispielsweise durch Projektmärkte steigern oder eben prüfen. Findet sich keiner ist die Vision unklar. Nur startet ein Team mit der Umsetzung, dann kann diese fest genug sein, damit das Team sich binden kann. Dieses Thema wird im Buch „Die Selbstorganisation“ noch einmal näher vorgestellt.