Guter „Change“ ist Teamarbeit: Hin zur agilen Beta-Organisation in 18 Monaten

Wer das 47. Meetup der Agile Usergroup in Kassel mit Niels Pfläging erlebt hat, weiß nun bestätigt das der Umschaltprozess hin zur agilen Beta-Organisation ungefähr 18 Monate dauert.

1,5 Jahre! Das klingt viel, oder? Doch nur die Ruhe!

Ich unterbiete und sage es geht schon in sechs und die meiste Zeit kann eigenständig bewerkstelligt werden – das soll sie sogar. Schließlich ist das Ziel autonome Teams zu bilden. Wie soll das mit dauerhafter Begleitung gelingen?

Ok, in den sechs Monaten erfolgt die Umsetzung üblicherweise für 2-5 Teams. Aber das schafft frühen Wert, senkt Risiken und bringt erste Erkenntnisse! Sie können in dieser Zeit immernoch abbrechen, verlangsamen, intervenieren und anpassen.

Doch sicherlich werden Sie diesen psychologischen Trick durchschauen: in Summe bleibt es bei 12-18 Monaten.

Dafür ernten Sie eine zweckmäßige Organisation mit Teammitgliedern die Verantwortung übernehmen, ihre Konflikte selbst austragen, Umsetzungen liefern und Lösungen für eigene Probleme finden, uvm.

Die Alpha-Organisation ist tot – seit 1970. „Komplexität hat Management umgebracht“

Was viele jedoch nicht wissen ist, mit welcher Sorgfalt dieser Schritt durchzuführen ist. Verstehen Sie? Ein Chirurg operiert auch nicht alleine und wenn wir an ein System wie eine Organisation herantreten, wie könnte das alleine geschehen oder gar experimentiell?

Professioneller Change ist Teamarbeit – professionelles Umschalten erfolgt mit einem Team aus internen und externen Partnern

Das Ganze ist nicht ohne, es braucht eine gute Voranalyse, einige vorbereitende Gespräche mit einer umfangreichen strategischen Vorbereitung. Vielleicht werden Experten hinzugezogen, weitere bildhafte Untersuchungen durchgeführt.

Dann wird operiert. Kennen Sie das wie das im Op abläuft?

Alles liegt bereit. Der Zeitraum der Narkose wird optimal genutzt. Die Zeitspanne der Operation möglichst kurz gehalten, alles ist gut vorbesprochen, die lebensnotwendigen Funktionen werden überwacht und dann erfolgt der Eingriff.

Das kann mal schmerzhaft werden und dabei können Komplikationen auftreten. Doch es muss eben getan werden, weil alle vorherigen Optionen abgewogen wurden.

Anschließend wird weiter überwacht. Es gibt vielleicht Visitengespräche und nach einer kurzen Heilungsphase wird in der Regel alles gut.

Vielleicht werden Sie den Operateur nicht mögen, aber das System wird sich an der Genesung erfreuen. Bildhaft gesprochen.

Dabei ist „Change“ kein Alleingang – zumindest nicht wenn er eine gewisse qualitative Wirksamkeit haben soll.

Dabei arbeiten Menschen aus der Organisation mit externen Experten zusammen. Interne Agile Coaches und externe Analysten bilden ein Team mit der Geschäftsführung. In der Regel kommen schrittweise weitere Product Ownern, Scrum Mastern und Teammitglieder hinzu.

Die Hauptbeteiligen stehen in engem Dialog, Sie sprechen mit externen Supervisionspartnern und nichts wird dem Zufall überlassen. Dabei arbeiten alle gemeinsam für ein gutes Ergebnis.

Es ist somit eine Teamleistung und sicherlich nichts, was alleine gestemmt werden muss oder vielleicht kann. Das wollte ich Ihnen mit diesem Artikel nahebringen.

Viel Erfolg.